Limitierte Auflage mit signiertem Original — das Kunstbuch erscheint im 1. Quartal 2027Jetzt bestellen →
CFJ KÖNIG

Werke · Serie 1999-2002 · 11 Werke

Periode 1999-2002

Strukturen entsteht im Moment der ersten visuellen Rezeption bewusst der Eindruck von Disziplinlosigkeit oder Unordnung. Diese vermeintliche Zusammenhangslosigkeit irritiert den Betrachter zunächst und bricht Sehgewohnheiten auf. Erst durch eine intensive, zeitliche Zuwendung und das kognitive Zusammenfügen der gemalten Fragmente konstituiert sich eine schlüssige Gesamtinformation, die den Bildtitel nicht nur komplementiert, sondern ihn fundiert erläutert.
Doch selbst diese Stufe der Abstraktion markierte für mich noch keinen Endpunkt. Meine fortwährenden Gedanken kreisten damals um das allgegenwärtige Erbe der Alten Meister – sie ließen mich nicht los. Beim Studium der einschlägigen Fachliteratur stieß ich schließlich auf den Begriff der organischen Pigmente. In diesem Moment vollzog sich ein entscheidender intellektueller und künstlerischer Wendepunkt: Es machte schlagartig „Klick“.
Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis suchte ich den Austausch mit meinem geschätzten Künstlerkollegen Fritz Kindl, von dessen tiefer Affinität und Passion für die Welt der Pigmente ich seit Langem wusste. Durch diesen Diskurs erwarb ich die fundamentale handwerkliche Kompetenz im Umgang mit der anspruchsvollen Materie: von der präzisen Vermahlung der Pigmente über deren optimale Distribution bis hin zum feinsinnigen Einheben in das jeweilige Bindemittel, um die nun gewonnene Farbe meisterhaft zu führen.
Ergänzend hierzu vertieften diverse Assistenzen bei bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten mein technisches Fundament. Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit Theo Braun – einem herausragenden Menschen und Visionär –, dessen künstlerischer Fokus zwar auf der Symbiose von Pigmenten und Öl lag, mir jedoch tiefgreifende Impulse bezüglich der Materialästhetik vermittelte.
Während dieser intensiven Phase der Zusammenarbeit mit Theo Braun kristallisierte sich für mich jedoch die fundamentale Erkenntnis heraus, dass das Medium Öl nicht meiner inhärenten künstlerischen Intention entsprach. Die langwierigen Trocknungsprozesse sowie die spezifische Geruchsintensität der Lösungsmittel erwiesen sich als konträr zu meiner intendierten Dynamik im Schaffensprozess. Folglich forcierte ich meine experimentellen Forschungen und stieß letztlich auf transparentes Acrylatharz. Durch das präzise Vermengen meiner selbst hergestellten Farbkörper mit diesem gänzlich durchsichtigen Trägermedium eröffnete sich mir eine völlig neue Dimension der Transluzenz und Materialität.

← Zurück zu den Werken